Mittels Rasterelektronenmikroskopie, Magnetpulver-, Ultraschallprüfung sowie Leistungsprüfungen wurden die Ursachen und tatsächlichen Auswirkungen der Niedrigvergrößerungsblasen im dicken nahtlosen Stahlrohr WB36 untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Hauptursachen für die Entstehung der Blasen eine schlechte Entgasung, hohe Gießtemperatur sowie Feuchtigkeit im Stahlpfanne und den feuerfesten Materialien sind. Makroskopisch erscheinen die Blasen als kurze dunkle Linien, mikroskopisch als runde oder ovale Hohlräume, die hauptsächlich in der Nähe der Innenwand des Rohrs vom Schmelzkopf bis zur halben Wanddicke verteilt sind. Leichte Blasen können mittels Magnetpulver-, Durchdringungs- und Ultraschallprüfung nicht erkannt werden und haben nur geringe Auswirkungen auf die mechanischen Eigenschaften des Rohrs bei Raumtemperatur. Die Gießtemperatur von WB36 wird unter 1590℃ kontrolliert, wobei die VD-Veredelungszeit von mindestens 15 Minuten bei 67 Pa eingehalten und der Feuchtigkeitsgehalt von Brenn- und Dämmstoffen unter 0,1% gehalten wird, um die Entstehung von Niedrigvergrößerungsblasen wirksam zu verhindern.