Es wurden Abschrecktemperaturen von 1060, 1020, 980 ℃ und Anlasstemperaturen von 640, 540 ℃ ausgewählt, um Wärmebehandlungsversuche an 1Cr17Ni2 Edelstahl durchzuführen und die Mikrostruktur sowie die mechanischen Eigenschaften der Proben zu testen. Die Ergebnisse zeigen, dass nach dem Abschrecken bei 1060 und 1020 ℃ freier δ-Fe-Ferrit gebildet wird, der die Integrität der Martensitplättchen-Cluster zerstört und zu interkristallinen Bruchmerkmalen an den Kerbschlagproben führt, was sich in unzureichender Zug- und Kerbschlagzähigkeit äußert. Das Abschrecken bei 980 ℃ gefolgt von dem Anlassen bei 640 ℃ erzeugt eine feine Sorbitstruktur mit normgerechten Eigenschaften sowie hoher Festigkeit und Zähigkeit. Das Anlassen bei 540 ℃ zeigt an den Kerbschlagprobenrissen quasi-spröde Bruchmerkmale, was deutlich auf die zweite Art des Anlasbrittens hinweist, daher sollte das Anlassen im Bereich von 480~540 ℃ vermieden werden.